Be­son­de­re Be­ga­bun­gen

Seit 2002 ar­bei­ten wir in der Grund­schu­le Klein Heh­len in ei­nem Ko­ope­ra­ti­ons­ver­bund zur För­de­rung von Schü­le­rin­nen und Schü­lern mit be­son­de­ren Be­ga­bun­gen (KOV). Dem KOV Cel­le I ge­hö­ren fol­gen­de Schu­len an:

  • Grund­schu­le Klein Heh­len
  • Grund­schu­le Wes­ter­cel­le
  • Grund­schu­le Win­sen
  • Ober­schu­le Wes­ter­cel­le
  • Gym­na­si­um Er­nes­ti­num

In Nie­der­sach­sen be­stehen lan­des­weit Ko­ope­ra­ti­ons­ver­bün­de zur För­de­rung be­son­ders be­gab­ter Schü­le­rin­nen und Schü­ler. In die­sen re­gio­na­len Netz­wer­ken schlie­ßen sich Schu­len un­ter­schied­li­cher Schul­for­men zu­sam­men, die die Be­ga­bungs­för­de­rung als ei­nen zen­tra­len Be­stand­teil ih­rer päd­ago­gi­schen Ar­beit ver­ste­hen. Auch Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen ar­bei­ten eng mit die­sen Schu­len zu­sam­men.

Da­mit be­son­ders be­gab­te Schü­le­rin­nen und Schü­ler ihr Po­ten­zi­al ent­fal­ten kön­nen, be­nö­ti­gen sie för­der­li­che Ent­wick­lungs­be­din­gun­gen. Da­bei rich­tet sich der Blick nicht nur auf ko­gni­ti­ve Fä­hig­kei­ten – auch hand­werk­li­che, mu­si­ka­lisch-künst­le­ri­sche, tech­ni­sche, sport­li­che und so­zia­le Be­ga­bun­gen ver­die­nen ge­ziel­te Un­ter­stüt­zung.

Be­son­de­re Be­ga­bun­gen las­sen sich nicht al­lein durch den In­tel­li­genz­quo­ti­en­ten be­stim­men. Ent­schei­dend ist das Zu­sam­men­spiel ver­schie­de­ner Fak­to­ren, die die Ent­fal­tung von Be­ga­bungs­po­ten­zia­len er­mög­li­chen. Dazu zäh­len per­sön­li­che Merk­ma­le wie in­tel­lek­tu­el­le Fä­hig­kei­ten, Leis­tungs­mo­ti­va­ti­on, krea­ti­ves Den­ken, Neu­gier­de, An­stren­gungs­be­reit­schaft, ef­fek­ti­ve Lern­stra­te­gien so­wie Selbst­kon­trol­le und -re­gu­la­ti­on. Eben­so spie­len äu­ße­re Ein­flüs­se – etwa das fa­mi­liä­re Um­feld, der Freun­des­kreis oder die schu­li­sche Si­tua­ti­on – eine wich­ti­ge Rol­le.

Be­son­ders be­gab­te Kin­der kön­nen auch durch Leis­tungs­ver­sa­gen oder -ver­wei­ge­rung (so­ge­nann­tes Un­derachie­ve­ment) auf­fäl­lig wer­den. Ur­sa­chen da­für kön­nen emo­tio­na­le Blo­cka­den, so­zia­le Schwie­rig­kei­ten oder be­las­ten­de Le­bens­er­eig­nis­se sein. Die­se be­son­de­re Form von Lern­stö­rung ist oft schwer zu er­ken­nen und er­for­dert eine auf­merk­sa­me, sys­te­ma­ti­sche Be­ob­ach­tung so­wie das ge­ziel­te Sam­meln re­le­van­ter In­for­ma­tio­nen durch die Lehr­kräf­te. Hin­wei­se auf Un­ter­for­de­rung und ver­bor­ge­ne Be­ga­bung soll­ten sorg­fäl­tig wahr­ge­nom­men und do­ku­men­tiert wer­den. In man­chen Fäl­len kön­nen in­di­vi­du­el­le Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Ler­nen­den und Lehr­kräf­ten hilf­reich sein – ein all­ge­mein­gül­ti­ges Pa­tent­re­zept gibt es je­doch nicht.

An un­se­rer Schu­le neh­men wir die Hin­wei­se auf eine mög­li­che be­son­de­re Be­ga­bung von Kin­dern ernst. In­for­ma­tio­nen, die uns von El­tern, Kin­der­gär­ten, vor­schu­li­schen Ein­rich­tun­gen, zu­vor be­such­ten Schu­len oder an­de­ren Quel­len über­mit­telt wer­den, wer­den auf­merk­sam und sorg­fäl­tig be­rück­sich­tigt. Be­rück­sich­ti­gen heißt für uns: ge­nau hin­hö­ren, ge­zielt nach­fra­gen und auf­merk­sam be­ob­ach­ten – vor­ur­teils­frei und of­fen.

Mit viel­fäl­ti­gen An­ge­bo­ten möch­ten wir den in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­sen der Kin­der ge­recht wer­den.

Ver­kür­zung der Schul­zeit (Ak­ze­le­ra­ti­on)

Wir er­mög­li­chen eine be­darfs­ge­rech­te Ein­schu­lung so­ge­nann­ter Kann-Kin­der oder sehr jun­ger Kin­der – auch im Ver­lauf des Schul­jah­res.

Un­se­re Grund­schu­le kann in drei, vier oder fünf Jah­ren durch­lau­fen wer­den. Ein Über­sprin­gen ei­nes Jahr­gangs ist eben­so mög­lich wie die Teil­nah­me am Un­ter­richt ein­zel­ner Fä­cher in ei­ner hö­he­ren Klas­sen­stu­fe. Um den Über­gang in sol­chen Fäl­len zu er­leich­tern, kann ein tem­po­rä­rer Nach­teils­aus­gleich ge­währt wer­den.

So schaf­fen wir Raum für in­di­vi­du­el­le För­de­rung: Die Kin­der er­hal­ten die Un­ter­stüt­zung, die sie be­nö­ti­gen, um in ih­rem ei­ge­nen Tem­po, auf ihre ei­ge­ne Wei­se und ent­spre­chend ih­rer Be­ga­bun­gen zu ler­nen.

Er­wei­ter­te Lern­an­ge­bo­te (En­rich­ment)

Ein grund­le­gen­des Prin­zip un­se­res Un­ter­richts ist es, al­len Schü­le­rin­nen und Schü­lern Raum zur Ent­fal­tung ih­rer in­di­vi­du­el­len Be­ga­bun­gen zu ge­ben. Das be­deu­tet: Auch im Re­gel­un­ter­richt ar­bei­ten wir mit Me­tho­den der Bin­nen­dif­fe­ren­zie­rung, um un­ter­schied­li­chen Lern­vor­aus­set­zun­gen ge­recht zu wer­den.

Für be­son­ders be­gab­te Kin­der bie­ten wir zu­sätz­lich eine so­ge­nann­te ‚Ex­per­ten­stun­de‘ an. In die­sem Rah­men kön­nen sie sich mit selbst ge­wähl­ten The­men be­schäf­ti­gen, ei­gen­stän­dig re­cher­chie­ren, krea­tiv ge­stal­ten und ihre Er­geb­nis­se prä­sen­tie­ren – bei­spiels­wei­se in der Schul­ver­samm­lung oder an­de­ren schu­li­schen Kon­tex­ten.

Nach­fol­gend fin­det sich ein Über­blick über wei­te­re, teil­wei­se tem­po­rä­re An­ge­bo­te un­se­rer Schu­le.